Mailand ist offiziell Italiens Hauptstadt der Singles: 50,9 Prozent seiner Einwohner sind ledig, mehr als jeder Zweite. In Neapel, 770 Kilometer weiter südlich, sinkt der Anteil auf 45,4 Prozent, während die Verheirateten 44,7 Prozent erreichen und fast gleichziehen. Dazwischen liegt Rom mit 47,7 Prozent Ledigen und 40,9 Prozent Verheirateten.
Der Familienstand ist eine der aufschlussreichsten Statistiken überhaupt: In diesen Prozentzahlen stecken das Heiratsalter (und ob überhaupt geheiratet wird), die Verbreitung des Zusammenlebens ohne Trauschein, die Häufigkeit von Scheidungen, die Lebenserwartung und sogar die Wohnkosten. In diesem Artikel vergleichen wir die Zusammensetzung nach Familienstand der drei größten italienischen Städte, mit offiziellen Daten, Stand 2025.
Mailand, die Stadt, in der Singles die Mehrheit sind
In Mailand sprechen die Zahlen eine klare Sprache: Ledige machen 50,9 Prozent der Bevölkerung aus, Verheiratete 38,2, Geschiedene 4,5 und Verwitwete 6,4. Es ist die einzige der drei Großstädte, in der die nie Verheirateten mehr als die Hälfte der Einwohner stellen.
Die Gründe sind struktureller Natur. Mailand zieht jedes Jahr Zehntausende Studierende und junge Berufstätige an, was den Anteil der Unverheirateten erhöht; geheiratet wird spät, oft nach 35, und ein wachsender Teil der Paare wählt das Zusammenleben ohne Gang zum Standesamt. Die Scheidungsquote, zusammen mit Rom die höchste der drei Städte, vervollständigt das Bild einer Gesellschaft, in der die Ehe immer weniger der einzige Rahmen des Erwachsenenlebens ist.
Es gibt auch ein Geschlechterdetail: Unter den Mailänder Männern sind die Ledigen deutlich zahlreicher als die ledigen Frauen, während sich das Verhältnis bei den Verwitweten drastisch umkehrt — ein Spiegel der höheren weiblichen Lebenserwartung.
Mailand: Bevölkerung nach Familienstand
Prozentuale Zusammensetzung der Einwohner nach Familienstand, Jahr 2025: Ledige, Verheiratete, Geschiedene und Verwitwete.
Rom, das Gleichgewicht der Hauptstadt
Rom liegt in der Mitte: 47,7 Prozent Ledige, 40,9 Verheiratete, 4,5 Geschiedene und 6,9 Verwitwete. Die Hauptstadt vereint die Züge der Metropole mit einer großen jungen und mobilen Bevölkerung und die einer traditionelleren Stadt in ihren Randbezirken und den Gemeinden der Metropolregion.
Die Scheidungsquote verdient Aufmerksamkeit: Mit 4,5 Prozent liegt Rom gleichauf mit Mailand und deutlich über Neapel. Der Anteil der Verwitweten, 6,9 Prozent, ist der höchste der drei Städte — Zeichen einer im Schnitt älteren Bevölkerung als in Mailand.
Rom: Bevölkerung nach Familienstand
Prozentuale Zusammensetzung der Einwohner nach Familienstand, Jahr 2025: Ledige, Verheiratete, Geschiedene und Verwitwete.
Neapel, wo die Ehe standhält
Neapel ist die Stadt der Ehe: Verheiratete machen 44,7 Prozent der Einwohner aus, zehn Punkte mehr als in Mailand, und erreichen fast die Ledigen, die bei 45,4 Prozent liegen. Geschiedene sind nur 2,9 Prozent, der niedrigste Wert der drei Städte und ein Drittel weniger als in Rom und Mailand.
Hinter diesen Zahlen steht ein traditionelleres Familienmodell, aber auch präzise demografische Faktoren: In Neapel wird mehr und früher geheiratet, der Anteil verheirateter älterer Menschen ist hoch, und die Abwanderung der Jugend verkleinert paradoxerweise die Gruppe der Singles. Die 7,0 Prozent Verwitweten, der höchste Wert des Vergleichs, spiegeln eine Altersstruktur wider, die rasch altert, während die Jungen die Stadt verlassen.
Neapel: Bevölkerung nach Familienstand
Prozentuale Zusammensetzung der Einwohner nach Familienstand, Jahr 2025: Ledige, Verheiratete, Geschiedene und Verwitwete.
Was diese Zahlen erzählen
Der Vergleich der drei Städte fotografiert den Wandel der italienischen Familien. Das Gefälle ist deutlich: Je reicher, universitärer und attraktiver eine Stadt für junge Erwachsene ist, desto höher der Anteil der Unverheirateten und Geschiedenen; je traditioneller das Familienmodell bleibt, desto höher der Anteil der Verheirateten und desto seltener die Scheidungen.
Es ist dieselbe Bruchlinie, die sich landesweit zwischen Nord und Süd beobachten lässt — mit einem Vorbehalt: Der Anteil der Ledigen deckt sich nicht mit dem der tatsächlichen Singles. In den 50,9 Prozent Mailands stecken Lebensgefährten, faktische Paare und eingetragene Partnerschaften, die das Familienstandsregister nicht als Ehen erfasst. Die Zahl ist daher eher als Maß für den Rückzug der Ehe als Institution zu lesen denn als Maß der Einsamkeit.
Eine letzte Beobachtung betrifft die Verwitweten: Mit 6,4 bis 7,0 Prozent in allen drei Städten sind sie eine ganz überwiegend weibliche und betagte Bevölkerungsgruppe. Mit der laufenden demografischen Alterung wird dieser Anteil überall wachsen — und mit ihm die Nachfrage nach Diensten für jene, die im letzten Lebensabschnitt allein zurückbleiben. Auf DatiItalia können Sie den Familienstand der Einwohner jeder italienischen Gemeinde erkunden.