Der Bodenverbrauch ist eines der dringendsten Umweltthemen in Italien. Jedes Jahr werden etwa 70 km² Naturfläche versiegelt — das entspricht 10.000 Fußballfeldern. Die ISPRA-Daten, aufbereitet von DatiItalia, ermöglichen einen Vergleich der Situation Gemeinde für Gemeinde.
Nationale Übersicht
Der landesweite Durchschnitt des verbrauchten Bodens liegt bei etwa 7,1%. Doch diese Zahl verbirgt enorme Unterschiede: Von über 90% in einigen Gemeinden des neapolitanischen Hinterlands bis unter 1% in praktisch unberührten Bergdörfern.
Die am stärksten versiegelten Gemeinden
Die Gemeinden mit dem höchsten Anteil verbrauchten Bodens befinden sich fast alle in den Metropolregionen von Neapel und Mailand. Die unkontrollierte Urbanisierung der 1960er-80er Jahre hat ein schweres Erbe hinterlassen.
Die 15 Gemeinden mit dem höchsten Bodenverbrauch
Prozentsatz des verbrauchten Territoriums — Top 15
Die vorbildlichsten Gemeinden
Am anderen Ende halten Hunderte von Gemeinden — vor allem in Berg-, Hügel- und Inselgebieten — weniger als 2% verbrauchten Boden. Das sind Italiens „grüne" Gemeinden, in denen die Natur noch den Ton angibt.
Die 15 Gemeinden mit dem geringsten Bodenverbrauch
Prozentsatz des verbrauchten Territoriums — die vorbildlichsten
Karte des Bodenverbrauchs
Jede Gemeinde nach Prozentsatz des verbrauchten Bodens eingefärbt — die am stärksten versiegelten Gebiete in Rot
Beton und Niedergang: Wo der Boden verschwindet und die Menschen auch
Die 3D-Karte zeigt ein Paradoxon: Die Hoehe stellt den Bodenverbrauch dar (mehr Beton = hoeher), die Farbe die Geburtenrate (gruen = Geburten, rot = demografische Wueste). Hohe gruene Gemeinden sind jene, wo Beton einem Zweck dient. Hohe rote sind die Katastrophe: Sie haben gebaut, aber die Menschen gehen trotzdem.
Beton und Niedergang
Hoehe = Bodenverbrauch, Farbe = Geburtenrate — gruen wo Kinder geboren werden, rot wo sie verschwinden
Warum Bodenverbrauch ein Problem ist
Boden ist eine nicht erneuerbare Ressource: Um einen einzigen Zentimeter fruchtbaren Bodens zu bilden, braucht es Jahrhunderte. Versiegelung verursacht:
- Erhöhtes Hochwasserrisiko (versiegelter Boden kann kein Regenwasser aufnehmen)
- Verlust von Biodiversität und natürlichen Lebensräumen
- Städtischer Wärmeinseleffekt (Temperaturen bis zu 5°C höher)
- Verringerte CO2-Absorptionsfähigkeit
Politiken für „Netto-Null-Bodenverbrauch" wurden jahrelang diskutiert, aber nie auf nationaler Ebene verabschiedet. Einige vorbildliche Gemeinden haben eigenständig Null-Verbrauch-Bebauungspläne eingeführt.
Alle ISPRA-Daten zum Bodenverbrauch finden Sie im Bereich Umwelt von DatiItalia.