Das durchschnittliche Einkommen in Italien erzählt eine Geschichte tiefer Ungleichheiten. Zwischen der reichsten und der ärmsten Gemeinde beträgt der Unterschied über 80.000 Euro pro Jahr. Die Daten des Wirtschafts- und Finanzministeriums (MEF), von DatiItalia für alle 7.896 Gemeinden aufbereitet, bilden diese Realität präzise ab.
Das nationale Bild
Das durchschnittlich erklärte Einkommen in Italien beträgt etwa 22.600 Euro brutto pro Jahr. Doch hinter diesem Durchschnitt verbergen sich extreme Gegensätze: von knapp 100.000 Euro in Portofino bis unter 7.000 in einigen kalabrischen Gemeinden. Ein Verhältnis von 14 zu 1 innerhalb desselben Landes.
Die 20 Gemeinden mit dem höchsten Durchschnittseinkommen
Durchschnittlich erklärtes Einkommen in EUR — MEF-Daten
Regionale Verteilung
Die regionale Verteilung der einkommensstarken Gemeinden bestätigt das strukturelle Gefälle: Lombardei, Emilia-Romagna und Latium dominieren den oberen Teil der Rangliste. Triveneto und Toskana vervollständigen das Bild des „reichen Nordens".
Im Süden sind die Ausnahmen rar und auf die Regionalhauptstädte konzentriert: Neapel, Bari, Catania, Cagliari. Das süditalienische Hinterland zeigt systematisch Einkommen unter 15.000 Euro.
Regionen der 50 reichsten Gemeinden Italiens
In welchen Regionen liegen die 50 Gemeinden mit dem höchsten Durchschnittseinkommen
Einkommenskarte Italiens
Jede Gemeinde nach durchschnittlich erklärtem Einkommen eingefärbt — die wohlhabendsten Gebiete in Dunkelgold
Einkommen vs. Wohnkosten
Gut verdienen reicht nicht, wenn das Wohnen zu teuer ist. Die 3D-Karte kreuzt zwei Dimensionen: Die Höhe stellt das durchschnittliche Einkommen dar, die Farbe den Verkaufspreis pro Quadratmeter. Hohe und kupferfarbene Gemeinden sind jene, wo das Einkommen hoch ist, aber die Immobilien einen enormen Anteil des Familienbudgets verschlingen — Mailand, Rom, Florenz, die ligurische Riviera. Hohe und türkisfarbene Gemeinden sind das seltene Gleichgewicht: solide Einkommen und bezahlbare Preise. Niedrig und türkis ist der Süden: günstiges Wohnen, aber Einkommen die nicht reichen.
Einkommen vs. Wohnkosten
Höhe = Durchschnittseinkommen, Farbe = Preis pro m² — wo man gut verdient aber teuer wohnt
Das Nord-Süd-Gefälle in Zahlen
Die Zahlen sind ernüchternd:
- Nordwesten: Durchschnittseinkommen ~26.400 EUR
- Nordosten: ~24.800 EUR
- Mitte: ~23.100 EUR
- Süden: ~17.200 EUR
- Inseln: ~16.800 EUR
Das Gefälle zwischen Nordwesten und Inseln beträgt fast 10.000 Euro pro Jahr — 57%. Betrachtet man die Verteilung der Steuerzahler nach Einkommensklassen, wird das Bild noch dramatischer: Im Norden erklären 18% über 35.000 Euro, im Süden nur 7%. Es fehlt nicht nur das Durchschnittseinkommen — es fehlt die Mittelschicht.
Trends
Die Nominaleinkommen steigen überall, doch die Inflation der letzten Jahre hat einen Großteil der realen Zugewinne aufgezehrt. Alpen- und emilianische Gemeinden zeigen das robusteste reale Wachstum (+3-4% jährlich), während der Süden stagniert (+0,4%).
Die besorgniserregendste Zahl: In südlichen Gemeinden mit weniger als 5.000 Einwohnern sinkt das durchschnittliche Realeinkommen seit fünf Jahren. Entvölkerung und sinkende Einkommen verstärken sich gegenseitig in einem Teufelskreis.
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